F. C. Gundlach
Schlüsselfigur der Fotokultur
No. 02/2026
Er lebte seine persönlichen Interessen an Mode, Architektur, Menschenbildern, gesellschaftlichen Rollen und Gesten in der Fotografie aus und prägte mit seinen legendären Aufnahmen die künstlerische Szene des 20. Jahrhunderts: Anlässlich seines 100. Geburtstags widmete das Bucerius Kunst Forum dem deutschen Fotografen F. C. Gundlach (1926–2021) eine Retrospektive, die sein gesamtes Schaffen beleuchtete und in einen reich bebilderten Katalog mit berühmten und unveröffentlichten Fotostrecken einfloss.

F. C. Gundlach, Uschi Obermaier mit Sinalco-Puppe Rita, 1970, © F. C. Gundlach/Stiftung F. C. Gundlach
F. C. Gundlach schuf Ikonen der Fotografie und Zeitdokumente einer Ära: Ausgehend vom Paris der 1950er-Jahre, als neben der Haute Couture die Prêt-à-porter-Mode an Bedeutung gewann und neue Boutiquen eröffneten, fasste er in der Modefotografie Fuß, die er in den folgenden Jahrzehnten zur Meisterschaft entwickelte. Die damals angesagte Architektur, den technischen Fortschritt, die Konsumwelten und das Freiheitsgefühl der 1960er- und 1970er-Jahre ziehen sich durch seine Aufnahmen: darunter seine Westberliner Weitwinkel-Perspektiven mit Biggi vor der Gedächtniskirche und Bikini-Haus, Karin Mossberg im Space-Age-Look mit weißem Helmhut und schnittig-geometrischem Dress als Sputnik Girl, Uschi Obermaier in poppigem Ambiente für Sinalco posierend sowie Kooperationen mit der Lufthansa, die den Fotografen rund um den Globus führten.
Die Vielseitigkeit Gundlachs als Fotograf und Galerist, Besitzer eines Fotolabors, Kunstsammler und Professor an der Hochschule der Künste in Berlin, vor allem aber als Netzwerker findet in dem Band zahlreiche „Echos“ – kurze literarische Interventionen zu den einzelnen Themen in Form von Prosa oder Poesie, wie Sebastian Riemers Schlusssatz: „F.C Gundlach Hochschule der Künste Berlin Uli Richter Richter Vivienne Westwood Kristian Schuller Westwood Gundlach“. af
F.C. Gundlach You’ll Never Watch Alone Hrsg. von Sebastian Lux und Sophie-Charlotte Opitz 288 Seiten, 200 Abbildungen Hirmer Verlag € 50,–
