Michael Triegel

„suchendes Zweifeln, ringendes Fragen“

No. 01/2026

Seine Bilder scheinen auf den ersten Blick vertraut, als wären sie von einem Alten Meister geschaffen. Betrachtet man sie genauer, fallen überraschend moderne Elemente ins Auge, die sie geheimnisvoll und surreal wirken lassen.

In brillanter Technik gemalt und mit Bildmotiven, die an Dürer, Michelangelo oder Raffael erinnern, erkundet Michael Triegel (*1968) seit vielen Jahren das Sujet der christlichen Ikonografie, der antiken Mythologie und der modernen Philosophie. Triegel verweist auf heutige Fragestellungen und lässt die Betrachtenden an seinen eigenen religiösen Erfahrungen, Ängsten und Zweifeln teilhaben.

Spätestens seit 2010, als er im Auftrag des Bistums Regensburg Papst Benedikt XVI. porträtierte, ist sein Name international mit neuinterpretierter sakraler Kunst verbunden und weist ihn als einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler aus. Im September dieses Jahres präsentiert die Kunsthalle Schweinfurt einen repräsentativen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens. Als Einstimmung sei der aktuell im Kino ausgestrahlte Dokumentarfilm Triegel trifft Cranach empfohlen, der im Zusammenhang mit Triegels Auftrag, den zerstörten Mittelteil des von Lucas Cranach dem Älteren geschaffenen Marienaltars im Naumburger Dom neu zu gestalten, entstanden ist. um

Michael Triegel
Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren
Ab 6. September 2026
Kunsthalle Schweinfurt

Katalog zur Ausstellung
Hirmer Verlag € 39,90