Mein lieber Jean – Sehr geliebter Maestro

Picasso und Cocteau: Zwei Künstler und ihr gemeinsamer Weg

No. 03/2015

Im Herbst 1915 besuchte Jean Cocteau Pablo Picasso in seinem Pariser Atelier, eine Begegnung, die in eine fast 50 Jahre andauernde Freundschaft mündete und erst mit dem Tod Cocteaus endete. In der Ausstellung des Kunstmuseums Pablo Picasso Münster treten die beiden kreativen Köpfe anlässlich des 100-jährigen Jubiläums ihres ersten Treffens erneut in einen Dialog auf Augenhöhe.

Ihr erstes großes gemeinsames Projekt sorgte für einen handfesten Skandal: Nach der Uraufführung des legendären Balletts Parade im Jahr 1917, für das Cocteau das Libretto geschrieben und Picasso Bühnendekor sowie kubistisch inspirierte Kostüme entworfen hatte, „spielte sich nach dem letzten Vorhang im Zuschauerraum ein Drama ab“, das damit endete, „dass sich die Leute in die Haare gerieten“, wie sich Cocteau später erinnerte. Es war der Beginn einer fruchtbaren Freundschaft zwischen dem kreativen wie genialen Unruhegeist Picasso und dem vielfachbegabten Dichter, Dramatiker, Essayist, Maler, Zeichner und Keramiker Jean Cocteau.

Mit rund 400 Werken, die zum Teil aus einer griechischen Privatsammlung stammen und erstmals in Deutschland zu sehen sind, beleuchtet die Ausstellung die gegenseitige Beeinflussung der beiden Künstler.

Über Themen, die sowohl Picasso als auch Cocteau interessierten, wie das Porträt, die Mythologie, Akte und Erotik, Zirkus, Stierkampf oder Plakatkunst, tauschten sie sich aus und beflügelten einander, ohne die eigene Handschrift zu verlieren. Diese Künstlerfreundschaft spiegelt sich nicht nur in ihren Werken wider, sondern auch in 50 bislang unveröffentlichten Briefen, die u.a. in dem bildreichen und zum Schmökern einladenden Katalog abgedruckt sind. cs

Cocteau_trifft_Picasso
Cocteau trifft Picasso
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Bis 18. Oktober 2015
Ausstellungskatalog
Hirmer Verlag € 45,–



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