Félicien Rops

provokant – dämonisch – erotisch

No. 01/2026

Der gefeierte belgische Buchillustrator Félicien Rops (1833–1898), der mit Charles Baudelaire und  Stéphane Mallarmé zusammenarbeitete, entwickelte zugleich ein provokantes Œuvre, das ihm den Ruf einbrachte, giftigste Blüte des Symbolismus, Bürgerschreck und Enfant terrible seiner Zeit zu sein.

Félicien Rops, Pornocratès (La Dame au cochon), 1896, Königliche Bibliothek Belgiens (KBR), Brüssel

Eine provokant spärlich bekleidete Dame aus der Pariser Halbwelt führt ihr Schwein spazieren, eine Eva, die von einer phallusartigen Schlange bedrängt wird oder eine ans Kreuz gefesselte nackte Frau: Mit seinem anstößigen Motivrepertoire ironisiert und persifliert Félicien Rops Geschlechter- und Machtverhältnisse und prangert die Doppelmoral, Dekadenz und Heuchelei der Gesellschaft sowie der Religion des ausgehenden 19. Jahrhunderts an.

Die Ausstellung zeigt rund 70 Arbeiten des Künstlers aus internationalen Sammlungen und geht unter anderem der Frage nach, „ob sich Rops in seiner Opposition gegen den bürgerlichen Anstand nicht genau jener Stereotype bediente, die von eben jener Zivilisation, die er zu kritisieren suchte, in Umlauf gebracht wurden“, wie es Ann Demeester, Direktorin des Kunsthauses Zürich, in dem Ausstellungsband formuliert. Mit seinen vertiefenden Texten und zahlreichen Abbildungen ermöglicht der Katalog einen umfassenden Blick auf diesen Meister des belgischen Symbolismus. cv

Félicien Rops
Laboratorium der Lüste
Bis 31. Mai 2026
Kunsthaus Zürich

Katalog zur Ausstellung
Text: Deutsch/Englisch
Hirmer Verlag € 45,–