Weltmeere
Lunge des Lebens
No. 01/2026
Die Weltmeere bedecken 70 Prozent der Erde, bieten Lebensraum für zwei Millionen Arten und unvergleichlich viel Nahrung, absorbieren 50 Prozent des CO2 der Welt, regulieren das Klima und gewährleisten das Leben auf der Erde – allerdings nur, solange das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt und Erwärmung, Übersäuerung sowie Verschmutzung gestoppt werden.
Große Seefahrernationen widmeten sich der Erforschung ferner Länder und feilten an der Technik, die Meere zu überqueren. Doch was unter ihnen lag, blieb ihnen fremd. Dieser Zustand änderte sich über die Jahrhunderte nur wenig – während Weltraumkommandos den Mond und den Mars untersuchen, gelten die Meere noch immer als unentdeckter Kontinent, der „aus unfassbar vielen unterschiedlichen Landschaften“ besteht, wie die Meeresbiologin und Tiefseeexpertin Antje Boetius berichtet: „Es gibt Gebirge und Täler, Gräben und Risse, es gibt felsigen und schlammigen Untergrund. Eigentlich ist dieser größte Teil der Erde so bunt und so vielfältig wie unsere Landoberfläche.“
Die Erkundung und Erforschung hat sich nun die Bundeskunsthalle zum Ziel gesetzt und beleuchtet die komplexe Beziehung des Menschen zum Meer aus kulturhistorischer, technischer, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher, ausbeuterischer und umweltschonender Sicht. Dass das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde eine fragile, schützenswerte und bisher unterbelichtete Schönheit der Natur offeriert, entdeckt man beim immersiven Tauchgang auf den elf Kilometer tiefen Meeresgrund des Marianengrabens. af
Expedition Weltmeere Bis 6. April 2026 Bundeskunsthalle, Bonn Katalog Hirmer Verlag € 25,–
