Cézanne bis Kokoschka

Paul Cassirer – Kunsthändler der Avantgarde

No. 02/2026

Der aus einer gutbürgerlichen deutsch-jüdischen Fabrikantenfamilie stammende Paul Cassirer (1871–1926) eröffnete im September 1898 eine Galerie in Berlin, nachdem er in München Kunstgeschichte studiert hatte. Innerhalb weniger Jahre stieg er zum wichtigsten Kunsthändler der deutschen und französischen Avantgarde in Deutschland auf.

Claude Monet, Sommer, 1874 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie; Foto: Jörg P. Anders

In der Reichshauptstadt dominierte um 1900 noch eine konservative, ja reaktionäre Kunstauffassung, deren oberster Vertreter Kaiser Wilhelm II. war. Zugleich formierte sich in diesem Umfeld eine Gegenbewegung: Im Mai 1898 schlossen sich fortschrittliche Künstler zur Berliner Secession zusammen, darunter Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth. Dieses Trio der deutschen Impressionisten gehörte zu jenem Kreis von Avantgardisten, die Cassirer alsbald erfolgreich vertrat.

In enger Partnerschaft mit den wichtigsten Pariser Kunsthändlern – Paul Durand-Ruel, der Galerie Bernheim-Jeune und Ambroise Vollard, den Wegbereitern des französischen Impressionismus – stellte Cassirer deren führende Vertreter wie E. Manet, C. Monet, A. Renoir und E. Degas in seinem Kunstsalon in der Viktoriastraße 35 im großbürgerlichen Alten Westen aus. Darüber hinaus verhalf er auch Postimpressionisten wie P. Cézanne, V. van Gogh, E. Munch, O. Kokoschka und M. Beckmann zum Durchbruch.

Dass heute viele deutsche Museen Werke der Genannten besitzen, ist häufig Cassirer zu verdanken. Die Berliner Alte Nationalgalerie zeigt etwa 90 Werke von Künstlern, die bei Cassirer ausgestellt oder von ihm verkauft wurden. wr

Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus
Bis 27. September 2026
Alte Nationalgalerie, Berlin

Katalog zur Ausstellung
deutsche und englische Ausgabe
Hirmer Verlag € 50,–

 

 

 

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