Fritz Winters Bekenntnis

No. 02/2026

Fritz Winter erlebte die Repressalien der nationalsozialistischen Kulturpolitik und als Soldat im Zweiten Weltkrieg die Schrecken der Ostfront. Seine künstlerischen Reaktionen darauf stellt die Fritz-Winter-Stiftung in Kooperation mit den Bayerischen Gemäldesammlungen anlässlich des 50. Todestages des Künstlers vom 9. Oktober bis 31. Januar in den Mittelpunkt ihrer Schau Die Nacht berührt die Erde. Fritz Winters Kosmos der 1930er und 1940er Jahre.

Fritz Winter, Triebkräfte der Erde, 1944, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Der Besuch der Schmähausstellung „Entartete Kunst“ in den Münchner Hofgartenarkaden im Juli 1937 muss für Fritz Winter (1905–1976) eine einschneidende Erfahrung gewesen sein. Selbst von den Nazis diffamiert, sah er dort die Werke seiner Vorbilder und Freunde, darunter Lehrer und Kommilitonen vom Dessauer Bauhaus, in missachtender Hängung. Verfahren wie Monotypie, Schablonenschnitt und zufällige Farbverläufe, die er im Studium erlernt hatte, begleiteten sein Œuvre auch in der inneren Immigration. In der Gegenüberstellung der Werkgruppe Triebkräfte der Erde von 1944 mit Kriegszeichnungen wird sichtbar, wie eine künstlerische Antwort auf Isolation und Einschränkung aussehen kann: als Visualisierung von Naturphänomenen, Wachstumsprozessen und kosmischen Energien – „als bekenntnis aus der gegenwart und als vermächtnis an die zukunft“, kristallin und biomorph (Katalog Hirmer € 40,–). af

Die Nacht berührt die Erde
Fritz Winters Kosmos der 1930er und 1940er Jahre
9. Oktober bis 31. Januar 2027
Bayerische Gemäldesammlungen München

Katalog zur Ausstellung
Hrsg. von den Bayerische Staatsgemäldesammlung
und der Fritz-Winter-Stiftung
Hirmer Verlag € 40,-



 

 

Die mobile Version verlassen