Amazoniens Erbe
Kunst und Archäologie
No. 02/2026
Die Ausstellung Das Vermächtnis Amazoniens lädt dazu ein, den Regenwald nicht nur als einzigartigen Naturraum, sondern auch als eine der ältesten und vielfältigsten Kulturlandschaften der Erde neu zu entdecken. Spektakuläre Funde – von reich verzierten Keramiken und seltenen Kakaoflaschen bis zu monumentalen Felsmalereien im kolumbianischen Nationalpark Chiribiquete, der „Sixtinischen Kapelle der Vorzeit“ – erzählen von hochentwickelten Gesellschaften und ihrem tiefen Verständnis der Umwelt.
Figur, Santarem-Kultur, Brasilien. Museu de Arqueologia y Etnologia
Graburne. Napo-Kultur, Ecuador. Museo Arqueológico y Centro Cultural de Orellana (MACCO)
Das Amazonasgebiet gilt als eine der komplexesten Ökoregionen der Erde. Neben seiner außergewöhnlichen Biodiversität beeindruckt es durch seine kulturelle Vielfalt: Bis heute werden hier mehr als 300 indigene Sprachen gesprochen. Archäologische Funde belegen eine über 13.000 Jahre währende Besiedlung und zeigen, dass Amazonien keine „unberührte Natur“ ist, sondern seit Jahrtausenden von Menschen gestaltet wurde, die weitreichend vernetzt waren, Austausch pflegten und Kunstwerke von außergewöhnlichem Ausdruck schufen. Das Erbe Amazoniens lebt bis heute in den Wissenssystemen und Lebensweisen indigener Gemeinschaften fort. Körperbemalung, Schmuck, Objekte und Felskunst spiegeln ein Weltverständnis wider, das Mensch, Natur und spirituelle Sphäre als untrennbare Einheit begreift. Angesichts globaler ökologischer Herausforderungen gewinnt diese Perspektive neue Aktualität. Die Ausstellung gastiert vom 30. Oktober bis zum 14. März 2027 im Zürcher Museum Rietberg, der Katalog ist bei Hirmer erschienen und kostet € 40,–. cs
Das Vermächtnis Amazoniens Kunst und Archäologie 30. Oktober 2026 bis 14. März 2027 Museum Rietberg, Zürich Katalog zur Ausstellung Hirmer Verlag € 40,-