„Freiheit von allen Fesseln“
No. 01/2026
Mit seinem unverwechselbaren experimentellen Werk, einer Verknüpfung von Kunst, Gestaltung und Literatur, wurde Kurt Schwitters in den 1920er Jahren zu einem der einflussreichsten Künstler der Avantgarde.

Kurt Schwitters, Frau und Mann, 1937, Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Foto: Martin P. Bühler
Die von Schwitters entwickelte Kunstform Merz strebte danach, Grenzen aufzulösen, Gegensätze auszugleichen und Hierarchien zu überwinden – zwischen Sinn und Unsinn, Hochkultur und Abfall, Ordnung und Chaos, Zerfall und Aufbau, akademischer und avantgardistischer Malerei, freier und angewandter Kunst, Gegenständlichkeit und Abstraktion. Die Ausstellung Kurt Schwitters – Grenzgänger der Avantgarde, die im Zentrum Paul Klee in Bern vom 20. März bis zum 21. Juni gastiert, zeigt die enorme Bandbreite seines künstlerischen Schaffens: von den dadaistischen Collagen und seinem rekonstruierten Merzbau, einer begehbaren Collage-Installation in seinem Wohnhaus in Hannover, bis hin zu naturalistischen Bildern und Texten.
Das Besondere an dieser Schau und der exklusiv gestalteten Begleitpublikation (Hirmer Verlag € 45,–) ist der vertiefte Blick auf das literarische Werk des Künstlers, der ein produktiver und origineller Autor war. Seine Texte sind innovativ, spielerisch und voller Ironie, sie brechen mit traditionellen Formen und Strukturen, reflektieren die historischen Umstände und die Biografie des Künstlers. Die zahlreichen Manifeste, Kurzgeschichten, Gedichte, Märchen und Fabeln in überraschender literarischer Qualität und stilistischer Vielfalt können als Schlüssel zu seinem künstlerischen Schaffen betrachtet werden und ermöglichen einen ganz neuen Zugang zu diesem Künstler. cv
Kurt Schwitters - Grenzgäner der Avantgarde 20. März bis 21. Juni Zentrum Paul Klee, Bern Katalog zur Ausstellung Hirmer Verlag € 45,–