Familiengeschichten

No. 01/2026

Was ist Familie? Kaum ein Begriff ist dehnbarer – er reicht vom engsten Kreis bis zur globalen Gemeinschaft, prägt Generationen und wird in jeder Kultur anders gelebt. Genau das zeigte das Humboldt Forum 2024/25 in einer Ringvorlesung und begleitenden Ausstellung, jetzt zusammengefasst in einem Buch.

© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Paul Timo Kaemmerer

„Wer seine Familiengeschichte erfahren will, muss Fragen stellen. Es sei denn, Gott hat ihm einen Geschichtenerzähler in der Familie geschenkt“, schreibt Mohamed Omar Ganady auf der Plattform Khatt30.com, einem Magazin für Alltagsgeschichten aus der arabischen Welt. Wer von Familiengeschichten aus verschiedenen Teilen der Erde erfahren möchte, widme sich dem Buch von Laura Goldenbaum und Alia Rayyan, das eine Vielzahl an Betrachtungsweisen und persönlichen Statements vereint: literarische und künstlerische, wissenschaftliche, geschichtliche und politische Beiträge von Söhnen, Töchtern, queeren Menschen weltweit. Entstanden ist eine Serie an Schnappschüssen – sie erzählen von Sorge, Fürsorge, Zugehörigkeit, Tradition und Struktur, Umbruch und Aufbruch, Konflikt und Krise und flexiblen Modellen, wenn Freunde zu Verwandten werden oder Familie zum Gefühl oder Ort wird, „wo ich mich sicher fühle, wo ich weinen kann, wo ich träumen kann, Menschen, die mich wachsen sehen wollen“, wie Alain Missala beschreibt. Als Gründer der Black Dads Germany gab er in der Ausstellung eine Familienlesung für ein Publikum ab drei Jahren. af

Beziehungsweise Familie
Globale Geschichten von Bindung, Bruch und Zugehörigkeit
Hrsg. von Laura Goldenbaum und Alia Rayyan
für die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss
296 Seiten, 120 Abbildungen

Hirmer Verlag € 50,–

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